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Welche Art von Fahrrad brauche ich denn? 

Achtung: Dieser Artikel bereinigt viele Vorurteile. Wer diese aber behalten will -> einfach nicht weiterlesen.

Die meisten Leute, die zu uns ins Geschäft kommen und sich für ein neues Fahrrad interessieren, wollen vorzugsweise dort damit fahren, wo möglichst keine Autos unterwegs sind - auf Wald- und Weinbergwegen, asphaltiert oder geschottert. Oder auch auf Kopfsteinpflaster und/oder Sandwegen.

Und was ist das Bequemste und Sicherste auf solchen Wegen? Wodurch können Sie trotz des lockeren Untergrunds weiter die Natur genießen? Das schaffen Sie mit einem fetten Reifen mit möglichst geringem Luftdruck. Und wenn jetzt wegen der Reifen wieder der Aufschrei bezüglich des Rollwiderstands kommt, dann lesen Sie bitte mal nach bei Schwalbe  oder Velotraum, auf welch längst überholtem Wissensstand das fußt.

So, und dieser fette Reifen sollte auf einem 26"-Laufrad aufgezogen sein, denn diese Rahmen sind kleiner (zittern später wegen der kürzeren Hebel) und haben einen deutlich besseren Geradeauslauf, d.h. Sie können viel mehr die Landschaft geniessen als auf einem 28"/29"-Trekkingbike. Und diese Eigenschaften verstärken sich gewaltig beim (schwereren) E-Bike/Pedelec. Lassen Sie sich nicht kirre machen vom derzeitigen "Große-Räder-Wahnsinn". Die wollen nur an Ihr Geld! Dieses Thema ist hier tabellarisch zusammengestellt.

Vertrauen Sie hier gerne auf unsere Beratung, damit es Ihnen nicht so geht wie dem Sternekoch Vincent Klink, der im SWR-Fernsehen erwähnte, daß sein E-Bike auf der Hälfte der Strecke vom Stuttgarter Talkessel zur Wielandshöhe wegen überhitzten Motors schlapp macht (Sendung am 13. November 2011, SWR3, 20.15 Uhr "Stuttgart - Die Schwabenmetropole"). Bei uns wäre ihm das nicht passiert, denn wir fragen Sie ab nach Ihren Gewohnheiten und Fahrstrecken.

Stellen Sie sich das bisherige Horrorszenario ruhig nochmals vor: Ein großes 28"/29"-Fahrrad mit wenigstens 4,5 bar in den schmalen Reifen. Sie werden durchgeschüttelt und brauchen Ihre ganze Kraft und Konzentration, um das Rad "in der Spur" zu halten - von der Landschaft kriegen Sie nichts mit und oft haben Sie auch Angst.

Was Sie brauchen, ist ein 26"-Touren-, City- oder Reiserad, damit sind Fahrspaß und Naturgenuß gleichermaßen gewährleistet.

Übrigens: Die Amerikaner kennen kein Trekkingrad, da ist das Universalrad ein 26"-Tourenrad. Und in Österreich heißt das Teil "Hybridrad", also von allem etwas (oder so).

Eine kleine Bemerkung zur Verkaufspolitik: Am schnellsten läuft ein Verkauf, wenn ich dem Kunden genau das Rad verkaufe, das er verlangt. Wir haben aber das Ziel, ihm das für seine beabsichtigte Nutzung optimale Rad zu verkaufen - das dauert länger, schafft aber zufriedene Kunden, die nicht nur wieder kommen, sondern das auch weiter erzählen. Uns befriedigt es nicht, wenn Sie nur 1-mal kommen oder nach kurzer Zeit an Ihrem Kauf zu zweifeln beginnen.

Die vollständige Gegenüberstellung der diversen Radgrößen mit ihren Vor-und Nachteilen finden Sie dort.

 

 

Ganz häufige Frage an mich: welche Bremse? 

Als Schönwetter- und wenig-Radler müssen Sie keine allzu hohen Anforderungen stellen. Hat das Fahrrad V-Brakes (neuere Felgenbremsen), sind Sie gut bedient. Bei Nässe sieht es jedoch anders aus. Felgenbremsen verlieren da sehr oft sehr viel Bremskraft. Und dieser Unterschied, Trocken- zu Naßbremsverhalten, macht es für Sie schwierig. Und, was Sie wissen müssen, Sie bremsen mit einer Felgenbremse tragende Teile kaputt! Wie gesagt, dieses Kriterium ist für Vielfahrer sehr wichtig. Wenn Sie bei jedem Wetter unterwegs sind und Vielfahrer sind, kommen Sie an einer Scheibenbremse nicht vorbei. Vergessen Sie die Sprüche, daß Scheibenbremsen schleifen und quietschen - wenn das der Fall ist, liegt es an einer fehlerhaften Grundeinstellung. Sie sollten unbedingt beachten, daß die Bremse hydraulisch ist (mechanische Scheibenbremsen sind Nonsens) und daß sie nicht mit Bremsflüssigkeit, sondern mit Mineralöl arbeitet. Warum? Weil Bremsflüssigkeit hygroskopisch ist und deshalb spätestens alle 2 Jahre ausgetausch werden muß (das ist  I h r  Geld), außerdem ist sie giftig und ätzt Ihnen (nicht nur) die Kleidung kaputt. Mineralöl (in Shimano-, Magura- und Tektro-Bremsen) kann lebenslang drinbleiben. Und lassen Sie sich nicht vom "Große-Scheiben-Wahn" beeinflussen. Vorne 180mm, hinten 160mm reicht völlig. Je größer die Scheibe, desto sensibler die Einstellung (Schleifgeräusche). 


Was nehme ich? Fully <=> Hardtail ?  
Welches Federungssystem ? 
Welches Rahmenmaterial ?

Es ist doch alljährlich dasselbe mit den Fullies. Jedes Jahr zur Eurobike wird wieder das non-plus-ultra des Hinterbau-Federungssystems erfunden - und das, was auf dem Markt ist, ist asbach-uralt, "kann man eigentlich nicht mehr fahren". 

Das Gleiche gilt für Rahmenmaterialien: Scandium, Carbon, Alu-Legierung 0815-007 ??? Alu altert (auch Scandium) und ist unbarmherzig hart. Carbon ist eine sehr undurchsichtige und teure Geschichte (wie wurden die Matten verlegt? Hält es meine Belastungen aus? Das erfährst Du übrigens erst beim Crash!! Viel Vergnügen, lieber Testfahrer.) und altert noch schneller als Alu! Beim Anbau ans Rad muß ich es hochsensibel behandeln ("in Watte packen"), Drehmomente und eventuelle Kerbenbildung peinlichst genau beachten, und, und, und ...... Und wenn ich es dann mal "wegschmeiße" (Sturz), wissen die Steine und Stämme das dann auch, daß hier Carbon auf sie zugeflogen kommt? Dann ist der Rahmen geschrottet - und nur noch Schreddern ist möglich, kein Recycling, keine Wiederverwendung. Will man das heute noch?
Stahl (besser CroMo) ist nicht so hart wie Alu oder Carbon, hat gegenüber Alu in der Leichtigkeit Vorteile (!), denn um die großen dynamischen Kräfte aufzunehmen, brauche ich beim spröden Alu große Rohrdurchmesser und große Wandstärken, was den Vorteil des niedrigeren spezifischen Gewichts von Alu wieder wettmacht. Durch die größere Zähigkeit von Stahl kann ich die Rohre konifizieren (und damit leichter machen). Besonders bei Reiserädern ist wichtig, daß es leicht zu bearbeiten ist. Jede Dorfschmiede ist in der Lage, Stahl zu schweißen. CroMo ist weniger rostanfällig als reiner Stahl, aber das Rosten ist der einzige Nachteil dieses Materials, den man aber mit anfänglicher Pflege und Pulverbeschichtung absolut beherrschbar halten kann. Tout-Terrain ist eine deutsche Fahrradschmiede, die mit viel Liebe und Detailverliebtheit Fahrradrahmen daraus fertigt (und natürlich auch Kompletträder mit CroMo-Rahmen anbietet).

Was noch dazu kommt, seit es die 2-jährige Gewährleistung gibt: Fast alle Federungselement-Hersteller verlangen jetzt einen Service nach spätestens 1000km, ansonsten erlöschen die Garantieansprüche!! Das heisst, einmal jährlich (wenigstens) die beiden Federelemente des Fully einschicken, macht 2x100 Euro (nur der Service, ohne Aus- und Einbau, ohne Wartung der Gelenke !), beim Hardtail deutlich weniger als die Hälfte! Zum Thema Federung siehe bitte auch  "Ergonomie"  (ganz unten) - vielleicht tut es auch eine Federsattelstütze, die dieses jährliche Einschicken nicht braucht??

Mein Ausweg aus diesem Dilemma: Das individuelle Lebensfahrrad mit Titan-Hardtail-Rahmen, und wenn es denn sein soll, einer Parallellogramm-Federsattelstütze. Warum? Titan überdauerte alle diese Materialdiskussionen, behält seine Eigenschaften lebenslang bei, rostet nicht, ist sehr leicht und zäh, und schluckt durch seine Elastizität sehr viele Schläge weg, ohne daß es nennenswert Kraft schluckt. Lackierung ist kein Thema, denn Titanräder fährt man unlackiert. Es wäre schade, diesen edlen Stoff unter Lack zu verstecken.

Und hier  noch ein grundsätzlicher Artikel über die verschiedenen Typen der Elektroräder und sinnvolles Training damit. Dieser Artikel räumt auf mit dem Vorurteil, dass Elektroräder nur für Weicheier seien.

Wenn Sie noch wissen wollen, welch hohen Stellenwert die Lungauer (sympathischste Region und höchste ebike-Region Österreichs) dem Pedelec einräumen, schauen Sie hier. Auch mit toller Definition ebike/Pedelec/...